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Herzog, Rudolf



Rudolf Herzog (1869 - 1943) 

- Schriftsteller, Journalist, Dichter und Erzähler -


Rudolf Herzog

1907 kaufte der Schriftsteller, Journalist, Dichter und Erzähler Rudolf Herzog die Obere Burg, die er bis zu seinem Tode 1943 bewohnen sollte. 

Hier schrieb Herzog neben vielen anderen historischen Unterhaltungsromanen, den Roman "Die Burgkinder", der in Rheinbreitbach und in der Oberen Burg spielt. Seine Blütezeit erlebte Herzog im Kaiserreich. Seine Romane erreichten eine Gesamtauflage von über sieben Millionen Stück. Damit war Rudolf Herzog einer der Erfolgsautoren seiner Zeit. 






Am 17. Juni 1914 hielt Rudolf Herzog die Festrede auf den Freiheitsdichter Ferdinand Freiligrath am Rolandbogen auf der gegenüberliegenden Rheinseite, als dort ein Denkmal zu Ehren des 104. Geburtstages von Freiligrath eingeweiht wurde.

Nach dem 1. Weltkrieg organisierte Rudolf Herzog einen Hilfsdienst für die Bürger Rheinbreitbachs. Seine Frau Minnie wurde "Engel von Rheinbreitbach" genannt, weil sie sich engagiert um die Witwen und Waisen kümmerte. 



Rudolf Herzog inmitten seiner Familie und Freunde
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach


Mit Kaiser Wilhelm II. verband Rudolf Herzog eine langjährige Freundschaft, die auch nach der Abdankung Wilhelm II. in seinem Exil in Doorn andauerte. 



Prinzessin Hermine 1933 in Doorn, 2. Ehefrau von Wilhelm II.
(Quelle: Bundesarchiv)


Anfang der 1930er Jahre besuchte die zweite Ehefrau Kaiser Wilhelm II., Hermine, Prinzessin von Schoenaich-Carolath, die Herzogs in der Oberen Burg. 

Politisch war Rudolf Herzog ein Kind der herrschenden Meinung seiner Zeit, vielleicht auch ein Opportunist, der sich mit den jeweils Herrschenden zu arrangieren verstand. Zunächst Freund des deutschen Kaisers Wilhelm II setzte er sich am Ende des 1. Weltkrieges nach dem Ende der Monarchie an die Spitze des eher roten Arbeiter- und Soldatenrates Rheinbreitbachs, um sich mit Beginn des Dritten Reiches mit den neuen Machthabern zu verständigen.

Am Rheinbreitbacher Rheinufer in der Nähe der ehemaligen Basaltverladestation am Mühlenweg befand sich Rudolf Herzogs Dichterklause. Im letzten Krieg wurde die Klause zerstört. Heute sind im Winter von der Dichterklause im Gebüsch nur noch die Grundmauern zu sehen. Im Sommer verdeckt sie der Bewuchs.

Der Betrieb der Basaltseilbahn wurde 1901 eingestellt. Man erkennt im Hintergrund noch gut eine helle unbewachsene Fläche die von einer Abkipphalde für den Basalt herrührte bevor er auf Lastkähne am Rheinufer (durch die sogeannten Schürger) verladen würde. Das Haus, dass man im Hintergrund zwischen Baum und Dichterklause sieht, gehörte zum Gebäudekomplex der Endstation der Seilbahn.

Rudolf Herzogs Dichterklause in Rheinbreitbach um 1913
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach

Rudolf Herzog dichtete um 1913 in seiner Dichterklause:


Alles, was ich liebe, kann ich
In den Kreis des Blickes zwingen
Sitz ich nieder hier, so bann ich
Neue Sehnsucht, altes Singen

Raune, Strom , in deinem Bette
Lieder, die mir ferne schwanen,
Jauchzt, ihr Vögel, um die Wette,
Stiller zieht mein Blut die Bahnen.

Aus dem kleinen Gartenhause
Weithin Blick und Lächeln gleitet
Wo im wirren Weltgebrause
All mein Planen kämpfend schreitet.



Rudolf Herzogs Dichterklause am Rhein in Rheinbreitbach, 1932
Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach


In der Kindheit und Jugend des Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins, Franz-Josef Federhen, sind die Kinder noch im Rhein geschwommen und haben dort ihre Kleidung abgelegt.




Rheinhochwasser 1920 am Mühlenweg
Im Hintergrund versunken im Rhein Herzogs Dichterklause, links frühere Gebäude der Basaltverladestelle Rheinbreitbach (abgerissen)

Quelle: Heimatverein Rheinbreitbach


Die Grundmauern der Dichterklause heute im Gebüsch am Rhein
Foto: Dankward Heinrich


Rudolf Herzog: Ohne Titel

(Von/über die Obere Burg)

Über den Rheinstrom schweift mein Blick - 
Täglich seh' ich hin.
Und es dehnt sich mein Herz, und ich lache und nick',
Du meiner Seele Ruh und Gewinn!
Über des Kraters brausenden Schlund
Zog sich der Erde keimkräftiger Grund.
Rauschet der Wald und des Kornes Flut,
Geboren aus tiefster Bergesglut.

Efeu umdunkelt den Mauerkranz ...
Zwischen den Quadern wildblühende Rosen ...
Milchweiß schimmert des Marmors Glanz
In die Nächte hinaus, umsponnen ganz
Von des rieselnden Mondlichts Werben und Kosen
Mein Schloß der Wünsche

Ich hab es erbaut! Das Grabscheit mein Schwert - 
Das Schwert meines trotzigen Manneswillens
Hat den Wald gerodet, gepflügt die Erd'
Und den Turm gefügt und die Mauer bewehrt,
Mein Reich zu schützen, die Welt des Erfüllend,
Im Schloß meiner Wünsche ...
Quelle: F.-J. Federhen, M. Granderath: Rudolf Herzog, 6.12.1869 - 3.2.1943 / 3.2.1993, Rheinbreitbach: Heimatverein, 1993, 13


Am 3. Februar 1943 verstarb Rudolf Herzog in Rheinbreitbach. Begraben ist er auf dem Neuen Friedhof in Bad Honnef. In Rheinbreitbach erinnert heute noch der Heimatverein Rheinbreitbach im Heimatmuseum und der Förderkreis Obere Burg mit Erinnerungsstücken in der Oberen Burg an den Rheinbreitbacher Dichter. 



Todesanzeige Rudolf Herzog 1943
Quelle: Rudolf Herzog 6.12.1869-3.2.1943, Hrsg. Heimatverein Rheinbreitbach









Was bisher fehlt ist die Benennung einer Straße in seinem Wohn- und Sterbeort zur Erinnerung an einen seiner bekanntesten Bürger. Sein Geburtsort Wuppertal-Barmen ist hier weiter. Hier gibt es schon seit Jahre eine Rudolf-Herzog-Straße.




Das Grab von Rudolf Herzog auf dem Bad Honnefer Neuen Friedhof 2013
Foto: Dankward Heinrich



Eine Schande - die verwahrloste Grabstelle eines der erfolgreichsten Schriftstellers des 19./20. Jahrhunderts in Bad Honnef 2013
Foto: Dankward Heinrich

Quelle: WIR Nov. 1980

Quelle: WIR Nov. 1980






Portrait von Rudolf Herzog von Leonhard Reinirkens
Quelle: WIR Juni 1990, Heimatverein Rheinbreitbach







Rudolf Herzog - Heimatdichter vom Rhein
Quelle: Honnefer Volkszeitung, 15.8.1989