Bernd Hamacher - Nachruf


Ortsgemeinde Rheinbreitbach
11. September 2013

Rheinbreitbach trauert um Bernd Hamacher




Am 11. September 2013 verstarb Bernd Hamacher. Viele Bürger trauern um ihn, denn er engagierte sich viele Jahrzehnte ehrenamtlich für seine Mitmenschen, vor allem in Rheinbreitbach.
1970 zogen Bernd und Maria Hamacher, zwei gebürtige Aachener, nach Rheinbreitbach. Schnell haben sie sich eingelebt und aktiv am Ortsgeschehen beteiligt. Sie wollten das Gemeinschaftsgefühl stärken und etwas für den Ort tun. Das ging ganz einfach: Zum Geburtstag wünschten Sie sich statt Geschenken Geld, für die Stiftung einer Sitzbank und eines Wegekreuzes. Eine gute Basis für gemeinschaftliche Erlebnisse.
Über vier Jahrzehnte hinweg hat er sich zusammen mit seiner Frau vielen Themen gewidmet. In den 70er und 80er Jahren war er beispielsweise im Tennisclub Unkel aktiv und dabei ein Jahrzehnt lang Vorsitzender. Unter seiner Regie wurde auch die Tennisanlage „Am hohen Weg“ in Unkel gebaut. Ein unglaublicher Kraftakt, denn innerhalb von nur fünf Monaten konnten er die Anlage mit vier Tennisplätzen fertig stellen und ein immerhin im Rohbau befindliches Vereinsheim eröffnen.
Auch in der Kommunalpolitik engagierte er sich. 1972 trat er dem CDU-Ortsverband Rheinbreitbach bei und war einige Jahre Stellvertretender Vorsitzender. Ab 1994 war er 15 Jahre Mitglied im Verbandsgemeinderat Unkel, unter anderem viele Jahre als Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Mit seiner verbindlichen Art genoss er in diesem Gremium hohe Achtung bei allen Ratsmitgliedern.
Bis in die 90er Jahre organisierte er mit seiner Frau federführend das Kinderfest, das Erdbeerfest und den Seniorentag. In jedem Jahr wurde jeweils die gesamte Dorfgemeinschaft in der entsprechenden Altersgruppe zu diesen Festen eingeladen. Bei zum Teil mehr als 100 Gästen glänzten sie stets mit Ihrem Organisationstalent. Sie verstanden es, andere ehrenamtliche Helfer mit Ihrer freundlichen, angenehmen und humorvollen Art zum Mitmachen zu motivieren, Spenden zu akquirieren und ein ansprechendes Programm zu gestalten.
Sein besonderes Steckenpferd war über Jahre hinweg die Rheinbreitbacher Heimatzeitung „Koppel-Rundschau“. Er hat deren Gründung initiiert und war 18 Jahre lang deren Organisator, Autor und Chefredakteur. Als leidenschaftlicher Blattmacher hat er nicht nur viele Beiträge selbst recherchiert und geschrieben, sondern alle Texte redigiert, schreibtechnisch erfasst, die Zeitung gestaltet und in den Anfangsjahren sogar „geklebt“. Als die „Koppel-Rundschau“ 2009 unter neuer Leitung wiederbelebt wurde, war es für ihn selbstverständlich, wieder als ehrenamtlicher Redakteur mitzuarbeiten. Seine Schwerpunkte waren das Vereinsgeschehen und die Heimatkunde.
Die Heimatgeschichte war ohnehin seine große Leidenschaft. Nach einem ereignisreichen Berufsleben, zuerst als Bergbau-, später als Diplom-Wirtschaftsingenieur und einem aus gesundheitlichen Gründen frühzeitigen Ruhestand, hat er sich einen Traum erfüllt: ein Geschichtsstudium mit dem Schwerpunkt rheinische Landeskunde. 1997 machten er seinen Magister, die ideale Basis für seine Mitarbeit im Heimatverein Rheinbreitbach.
Schon 1983 trat er in den Heimatverein ein. 1994 übernahm er das umfangreiche Archiv mit vielen heimatkundlichen Belegen, Büchern, Dokumenten und Bildern zur Rheinbreitbacher Ortsgeschichte und damit verwandten Themen.
2004 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Er leitete den Verein bis Anfang 2013, im Anschluss wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unter seiner Leitung wurde viele Jahre ein sehr gefragtes Heimatheft zu heimatkundlichen Themen herausgegeben.
Sein größter Verdienst aber ist das Museum für Rheinbreitbacher Alltagsgeschichte. Das Konzept dafür hat er entwickelt und es mit viel Herzblut sowie eigenem Geld umgesetzt im ehemaligen Gemeindehaus in der Hauptstraße. Auf seine Initiative hin pachtete der Heimatverein Mitte der 90er Jahre das unter Denkmalschutz stehende Gebäude von der Gemeinde. Unermüdlich hat er und die anderen Heimatfreunde das Haus saniert und die Räume mit Leben gefüllt, behutsam und mit viel Verständnis für die historische Bausubstanz. Unter seiner Federführung entstand ein Ort, der in der Region seines gleichen sucht.
Er hat ein Museum zum Anfassen aufgebaut. Hier kann man Heimat erleben und begreifen. So mancher Besucher hat ein Aha-Erlebnis, wenn er die alten Ausstellungsstücke sieht, die ihm einst bei den Großeltern so vertraut waren. Neben historisch Hergerichtetem werden auch Handwerkskünste und ein Kinderzimmer sowie ein Schulraum gezeigt. Im Bergwerkszimmer werden historische Werkzeuge und Dokumente aus der Kupfererzgewinnung präsentiert. Zusammen mit dem ebenfalls vom Verein gestalteten Winzerhof hat sich das Ensemble zu einem wahren Schmuckstück in Rheinbreitbach entwickelt, das weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist.
Für Rheinbreitbach hat Bernd Hamacher Außergewöhnliches geleistet und ist dabei immer bescheiden geblieben. Als offizielles Dankeschön erhielt er 2012 zusammen mit seiner Frau von Ministerpräsident Kurt Beck die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Rheinbreitbacher werden das Andenken an Bernd Hamacher stets in Ehren halten.