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Wein und Kirche in Rheinbreitbach


Wein und Kirche in Rheinbreitbach



Kreuz Pfarrkirche Maria Magdalena Rheinbreitbach
Foto: Dankward Heinrich



Wegkreuz Ecke Josefstraße - Grabenstraße
Foto: Dankward Heinrich

Herr, dir sei Lob und Ehre
für solche Gaben dein
Die Blüt zur Frucht vermehre
laß sie ersprießlich sein

Es steht in deinen Händen 
dein Macht und Güt ist groß;
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Frost, Reif und Schloß (Hagel)

Autor: Martin Beim (1557 - 1622) Frühlingslied "Wie lieblich ist der Maien"




"Alte Stiftungen an die Kirche und das Kloster zu den heiligen Märtyrern Cassius und Florentius. 
Helingarius schenkt dem ehrwürdigen Bruder in Christo dem Abt Hingarius, für die Basilika der heiligen Cassius und Florentius und Genossen, einen Weinberg, einen Hof mit Ackerland, Wald und Wiesen zu Rheinbreitbach 694."
(Quelle: G. H. C. Massen: Geschichte der Pfarreien der Erzdiöcese Köln, V. Dekanat Bonn, 1. Theil: Stadt Bonn, Hrsg. Karl Theodor Dumont, S. 410, Köln, 1894, Verweis auf Perlbach, S. 153, Nr. 5)




Wegkreuz vor "historischer" Kulisse (ehemaliger Bauernhof)
Foto: Dankward Heinrich




Der Rheinbreitbacher Beichtspiegel von 1625




Heimstätte des Beichtspiegels - die Pfarrkirche von Rheinbreitbach
Zeichnung von Franz Neunkirchen



Beichtspiegel von 1625
(Bild: Pfarrbrief der kath. Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena, Rheinbreitbach, Ostern 2013, 16)


Sünden, die mit dem Wein und Weinanbau zusammenhingen, gab es natürlich auch im Weindorf Rheinbreitbach. Von einigen, wohl nicht so selten vorkommenden Sünden, berichtet der Sündenspiegel von 1625 (in heutiges Deutsch übersetzt):




"Diesen Weingarten und Land wollt ich heimlich erweitern, wenn 's bemerkt würde, könnte ich 's nicht abstreiten."




Beichtspiegel von 1625
(Bild: Pfarrbrief der kath. Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena, Rheinbreitbach, Ostern 2013, 16)


"Meines Nachbarn Trauben kann ich nicht hängen lassen, sieht es der Fluschütz, geht 's mir übel."




Beichtspiegel von 1625
(Bild: Pfarrbrief der kath. Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena, Rheinbreitbach, Ostern 2013, 16)




"(Wein)Ramen und Heide stehle ich in der Nacht, wenn es herauskäme, würd ich nicht lachen."



Beichtspiegel von 1625
(Bild: Pfarrbrief der kath. Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena, Rheinbreitbach, Ostern 2013, 16)


Ende des 19. Jahrhundert, als es den Winzern zunehmend schlechter ging, wurden auch Fälle von Weinfälscherei aus Rheinbreitbach gemeldet.




Rheinbreitbacher Pfarrkirche vom Gelände der Unteren Burg gesehen
Zeichnung von FR Neunkirchen 1975




Katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena 


Der Beichtspiegel hing früher in der katholischen Pfarrkirche St. Maria Magdalena neben dem Beichtstuhl, heute rechts im Chor der alten Kirche.



Pfarrkirche, um 1952
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach



Pfarrkirche um 1952, ein harmonisches Ensemble
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach



Pfarrkirche 2010 mit monströsem Anbau 
Foto: Dankward Heinrich



Pfarrer der Pfarrkirche 1867 bis1953
(Bild: Brungs, Rheinbreitbach, 1952)




Priesterstammbaum
(Bild: Rheinbreitbacher Heimatheft "Kirchen in Rheinbreitbach", 1999)



Heilige Messe auf dem Weinberg, Koppel, Christi Himmelfahrt um 1952, Predigt W. Wallmeyer
(Bild: Brungs, Rheinbreitbach)



St. Leonardus Kapelle


"Hl. Leonardus zu dir kommen wir, deine Fürbitte erflehen wir."




St. Leonardus-Kapelle 1918, die Hauptstraße (Steinweg) noch unbefestigt




1920 Spielen vor der Kapelle


Bittspruch

"Hl. Leonardus steh' uns bei 
Halt unseren Stall von Unglück frei!
Beschütze uns auf allen Wegen
Und bitt' für uns um Gottes Segen." 




St. Leonardus in den 1930er Jahre 




St. Leonardus Kapelle 2011
Foto: Dankward Heinrich



Johann Wilhelm Lindemann (17.12.1828 - 20.12.1879)

  • Vikar an der Leonarduskapelle in Rheinbreitbach (1861 - 1863)
  • Katholischer Historiker für deutsche Literatur
  • Herausgeber des  weltbekannten Werkes "Geschichte der deutschen Literatur" (Erstauflage 1866) "Katholischer Vilmar"
  • Mitglied der Zentrumspartei im Preussischen Abgeordnetenhause (1870 - 1879)

Wilhelm Lindemanns Geschichte der deutschen Literatur


Leonardus-Kirmes




Von der Leonardus-Kapelle Zur Traube
Quelle: Heimatmuseum Rheinbreitbach

Die Leonardus Kapelle steht seit über 300 Jahren im Mittelpunkt der Leonardus Kirmes am 6. November . Schon damals war die Kirmes ein weit über Rheinbreitbach hinaus bekanntes und gern von besuchtes Fest. Aus dem Westerwald, der Eifel und der Umgebung pilgerten Landleute und Kranke alljährlich zur Kapelle, um dem Heiligen nach Beendigung der schweren Erntearbeiten zu danken und um Schutz vor Krankheit bzw. Gesundheit zu bitten.



Früher ein beliebtes Wallfahrtsziel: Die Leonardus-Kapelle
(Bild: Brungs, Rheinbreitbach, 1952)


Der zweite Grund, für nicht wenige vielleicht ebenso wichtig, war das ausgelassene Feiern anlässlich der Kirmes. Es wird berichtet, dass an diesen Tagen der Wein in Strömen floss. So mancher Mann verabschiedete sich von seiner Frau mit den Worten, er wolle wallfahrten. Das war nur die halbe Wahrheit. Die andere fand der Mann später in Bachusarmen - wie im letzten Jahrhundert in der Weinwirtschaft Zur Traube.


Die Wallfahrt findet heute im kleineren Rahmen statt. Zu Leonardus kommen von allen Himmelsrichtungen, hauptsächlich aber aus Bruchhausen, viele Reiter und ihre Pferde um an der Kapelle Ross und Reiter segnen zu lassen. Ein kleiner Umtrunk im Anschluss ist aber immer noch Brauch.



Aufforderung zum Leonardusritt 2012, Aushang an der Wallfahrtskirche in Bruchhausen
Foto: Dankward Heinrich



Evangelische Kirchengemeinde Trinitatis


Bis zum Bau des evangelischen Gemeindezentrums 1991 in der Bürresheimer Straße trafen sich die evangelischen Christen in Rheinbreitbach an unterschiedlichen Orten - so nach dem letzten Krieg der Evangelische Frauenkreis zunächst im Weinhaus Lindener, wo von ihnen sicher auch ab und zu ein Gläschen guter Rheinbreitbacher Wein verkostet wurde.



Pastor Alfred Bierwirth bei der Adventsfeier der Evangelischen Frauenhilfe
1962 im Weingut Lindener

Quelle: Jutta Henk


Da erst 1965 die evangelische Kirche in Unkel gebaut wurde, wurden die ersten Gottesdienste ab 1953 im Freiligrath-Haus am Rheinufer in Unkel abgehalten, das damals noch der evangelischen Kirche gehörte. Am 1. Oktober 1960 kam Pastor Bierwirth als Gemeindepfarrer in die Evangelische Gemeinde Unkel. Er setzte sich in den 1960er Jahren dafür ein, dass in Rheinbreitbach zumindest auch Andachten gehalten werden konnten, zunächst in der Oberen Burg und später im Haus in der Burgstraße 9 (späteres Weinlokal Unterm Heilig), dass der evangelischen Kirche vererbt worden war.

Seit wenigen Jahren schmücken die Südseite des Gemeindezentrums zwei Weinstöcke mit roten und mit weißen Trauben.


Evangelisches Gemeindezentrum mit Fundament für den geplanten Kirchturm (im Bild vorne links), rechts die jungen Rebstöcke
Foto: Dankward Heinrich


"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm,
der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun."
(Joh 15,5)




Gott ist bei uns - Koppelkreuz
Foto: Dankward Heinrich