Geschichte des Heimathauses


Zur Geschichte des Heimathauses


Ehemaliger WinzerhofFachwerkhaus (evtl. aus ursprünglich zwei getrennten Häusern), entstanden in wohl drei Bauphasen. Das Haus, das das Heimatmuseum beherbergt, steht unter Denkmalschutz

Baugeschichte

  • Das ältere Haus erbaut um 1650, 1. Bauphase
    • dieses Haus liegt direkt an der Hauptstraße und war möglicherweise nur ein eingeschossiges Haus mit Dach und Giebeln nach Norden und Süden (heute Ausstellungsraum Schusterei, Schneiderei, Flur)
    • erbaut aus dicken Steinmauern 
    • Kamin 1 außen an der Hauswand nach Westen, heute im Eingangsraum des Museums
    • wohl nicht unterkellert (zumindest bisher kein Hinweis hierauf gefunden)
  • Das jüngere Haus, erbaut um 1750
    • errichtet als Fachwerkbau wohl in zwei Bauphasen über einem Gewölbekeller, vom Hof her sichtbar das ältere Ständer- (links) und  das neuere Rähmfachwerk (rechts)
    • Fachwerkanbau in Ständerbauweise, 2. Bauphase 
      • Möglicherweise wurde in diesem Zusammenhang das ältere Haus an der Hauptstraße mit einem 1. und 2. Obergeschoss aufgestockt und über das neu erbaute Treppenhaus erschlossen. 
      • Beheizung weiterhin wohl über Kamin 1
    • Fachwerkanbau in Rähmbauweise, 3. Bauphase
      • Kamin 2 außen an der Hauswand; heute im Ausstellungsraum "Waschküche"
      • Später Bau eines weiteren Kamins (Kamin 3),  heute im Ausstellungsraum "Schulzimmer", oberhalb der Mauer zwischen "Blauem Salon" und "Heimatbibliothek"
    • Auch der Gewölbekeller scheint in zwei Bauphasen entstanden zu sein, siehe Riss in der Gewölbedecke in der Raummitte sowie mehrere später zugemauerte Wandöffnungen für die Kellertreppe
      • 1. Treppe nach Norden, Kellerstirnseite nach Osten; der Ausgang wäre heute unter Haus Nr. 31
      • 2. Treppe nach Süden (Kellerstirnseite nach Westen; der Ausgang wäre heute unter dem Hinterhaus Nr. 27)
      • 3. Treppe nach Norden (Kellerstirnseite nach Westen) - die heutige Kellertreppe zum Hof
    • Räume teilweise mit aufwändigen Kölner Decken, im heutigen Ausstellungsraum "Kinderzimmer" verziert mit Engelsköpfen
    • Wohl später Einbau einer Räucherkammer im 2. Obergeschoss; der Rauch wurde möglicherweise von Kamin 1 im 1. Obergeschoss (heute "Küche") durch die Wand in die Kammer im 2. OG geleitet
    • Unter der Einfahrt zur Firma Jürgen Fuchs weiterer kleiner Gewölbekeller im Hof mit gemauertem Becken (möglicherweise früheres Lohebecken), heute kein Zugang mehr vorhanden
  • Stallungen und Diensträume von um 1800; nach Westen an das Wohnhaus angrenzend
    • Nebengebäude 2 
      • Früher von außen begehbares Plumpsklo mit noch darunter vorhandener Sickergrube 
      • Heute Ausstellungsräume "Waschküche", "Kaufmannsladen", "Küferei/Schreinerei"
    • Nebengebäude 3
      • Im Südteil ("Stellmacherei") bei Sanierung aufgefundenes ehemaliges Lohebecken der früheren Nutzung (heute nicht mehr vorhanden); die frühere Lage  wurde durch Pflastersteine im Boden gekennzeichnet
    • Früheres Nebengebäude 4 (Scheune?)
      • Im Anschluss an Nebengebäude 3, Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen, noch auf einer alten Fotografie sichtbar

Gelände des Heimatmuseums mit Nebengebäude 4






  • Ehemaliger Bauhofschuppen (um 1985)
    • Heutige Nutzung als Ausstellungsraum für alte wein- und landwirtschaftliche, meist größere Ausstellungsstücke

Bekannte frühere Nutzungen


Gelände des Heimathauses um 1829 unter der Jenstraße; in der Mitte der offen liegende Breitbach
Quelle: Parzellanplan von 1829



Gelände des Heimathauses unter der Jenstrasse (heute Hauptstraße) um 1877;
unten der offen fließende Breitbach in der Rheinstraße, rechts die Hauptstraße und dort unten links das heutige Heimatmuseum, oben Straße Im Winkel

Quelle: Vorriss Grundsteuerverwaltung


  • Nutzung vor 1850 unbekannt, vermutlich Nutzung als Weingut, darauf deutet der große Gewölbekeller hin
  • Ab Anfang des 19. Jahrhunderts Nutzung durch die Familie des Gerbers Peter Joseph Müller (geb. in Münstereifel, gest. 1878 in Rheinbreitbach); später von seinem Sohn dem reichen Winzer, Weinhändler und Lohgerber Adolph Müller, *1831 +1915 (zur Lohgerberei vgl. hier)
  • Um 1928 Erwerb des Hauses durch den Landproduktehändler Paul Josef Reichelt sen. (*1880, +1949), 3 Kinder
  • Um den Kauf zu finanzieren, wurden die Flächen des Doppelhauses Hauptstraße 33/35 aus dem ehemaligen großen Garten von Adolph Müller als Einzelparzellen herausgetrennt und von den Familien Konzen und Fuchs 1928 bebaut.
  • Das Anwesen wurde genutzt von der Familie Paul Reichelt für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, wie Kohle, Briketts, Sämereien, Torf, Dünger, aber auch Limonade (Getränkevertrieb Artus) und Weihnachtsbäume
  • Paul Reichelt jr. (*1910, + 1974) wurde am 24.11.1974 als Fussgänger am Rolandsecker Weg im Dunkeln von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. 
  • Übergangsweise war das Anwesen danach im Besitz eines Bruders, der es dann an die Ortsgemeinde Rheinbreitbach (1979?) verkaufte.
  • Um 1979 bis Anfang der 1990er Jahre Nutzung des Erdgeschosses als Gemeindebüro für Bürgermeister und Gemeinderat bis zum Umzug der Ortsgemeindeverwaltung in die Obere Burg;
  • Nutzung des 1. Stockwerks von Paul Reichelt jr. seiner Lebensgefährtin Frau Sybille (Billa) Weinberg bis zu ihrem Tode; danach Vermietung als Sozialwohnung;
    sowie seit 1979 auch ein bis zwei Räume durch den Heimatverein für erhaltenswerte Gegenstände
  • Ab 1997 Pachtung und Nutzung des Anwesens vom Heimatverein Rheinbreitbach, der mit seinen Mitgliedern das heruntergekommene Haus und seine Nebengebäude mit Unterstützung der Gemeinde und vieler Spenden ehrenamtlich sanierte und hier das Heimatmuseum einrichtete

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Das frühere Wohnhaus der Familie Paul Reichelt








































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